Kaninchen-Winterfutter: Was fressen Kaninchen im Winter?

Wenn morgens Raureif auf dem Gehege liegt und auf der Wiese kaum noch etwas wächst, ändert sich das Futterangebot für deine Kaninchen. Statt frischem Wiesengrün kommen jetzt Bittersalate, Gemüsegrün und frische Küchenkräuter auf den Speiseplan. Hältst du deine Kaninchen draußen, musst du außerdem darauf achten, dass Futter und Trinkwasser auch bei Frost verfügbar bleiben.
Das Wichtigste vorweg: Auch im Winter brauchen Kaninchen reichlich abwechslungsreiches, blättriges Frischfutter. Hochwertiges Heu sollte jederzeit zusätzlich zur Verfügung stehen. Wurzelgemüse und getrocknete Kräuter ergänzen den Speiseplan in kleinen Mengen.
In diesem Ratgeber erfährst du, was im Napf landen sollte, worauf du bei Frost achten musst und warum gutes Heu im Winter wichtiger ist als zu jeder anderen Jahreszeit.
Das erfährst du in diesem Blogbeitrag:
Heu: Die wichtigste Rohfaserquelle im Winter
Heu ist ein wichtiger Baustein in der Kaninchenernährung, und im Winter wird es noch wichtiger. Es sollte deinen Tieren jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.
Warum Heu so entscheidend ist:
Rohfaser hält die Verdauung in Gang. Der Kaninchendarm ist auf einen ständigen Nachschub an Rohfaser angewiesen. Fehlt sie, kann die Verdauung ins Stocken geraten, und das wird bei Kaninchen schnell gefährlich.
Verdauung erzeugt Wärme. Bei der Verdauung der Rohfaser im Blinddarm entsteht Wärme. Ein Kaninchen, das gut Heu frisst, heizt sich also ein Stück weit von innen.
Zahnabrieb. Kaninchenzähne wachsen ein Leben lang nach. Das lange, intensive Kauen von Heu sorgt für den natürlichen Abrieb.
Beschäftigung. Im Winter sind die Tage kurz und das Gehege bietet weniger Abwechslung. Heu zupfen und durchwühlen hält deine Kaninchen beschäftigt.

Der große Vorteil im Winter: Heu friert nicht ein. Frisches Gemüse, Salate und Wasser können bei Minusgraden gefrieren. Gut getrocknetes Heu dagegen bleibt auch bei Frost locker, trocken und fressbar. Damit ist es die verlässlichste Futterquelle, gerade bei Außenhaltung und über Nacht, wenn du nicht nachschauen kannst.
Unser Tipp: Unser Heu vom Samerberg im Chiemgau stammt vom Lamprechthof, den unsere Familie seit 1888 bewirtschaftet. Es wird schonend getrocknet und ist damit eine ideale Rohfaserquelle für die kalte Jahreszeit.
So bietest du Heu im Winter richtig an:
Heu in einer überdachten Raufe oder einem geschützten Bereich anbieten, damit es nicht durch Schnee oder Regen feucht wird.
Feuchtes oder klammes Heu sofort entfernen, es kann schimmeln.
Lieber großzügig nachfüllen: Zusätzliches Heu im Schlafhäuschen dient gleichzeitig als Futter und als wärmende Einstreu.
Brauchen Kaninchen im Winter mehr Futter?
Kaninchen, die draußen leben, verbrauchen im Winter deutlich mehr Energie, um ihre Körpertemperatur zu halten. Sie legen sich ein dichteres Winterfell zu und fressen von sich aus mehr.
Mehr Heu: Die wichtigste Stellschraube. Sorge dafür, dass die Raufe nie leer ist.
Regelmäßig Wintergemüse: Blatt- und Wurzelgemüse liefern zusätzliche Nährstoffe und Flüssigkeit.
Vorsichtig mit Kraftfutter: Fertigfutter oder Getreide sind auch im Winter nicht nötig und belasten schnell die Verdauung.
Wohnungskaninchen brauchen bei gleichbleibender Raumtemperatur meist keine winterlichen Extraportionen. Ihr Energiebedarf verändert sich kaum. Energiehaltiges Wurzelgemüse solltest du bei ihnen sparsam anbieten.
Kaninchen Winterfutter: Salate, Kräuter, Gemüse und Zweige
Auch ohne Wiese bekommen deine Kaninchen im Winter abwechslungsreiches Frischfutter. Bittersalate, Wintergemüse, Küchenkräuter und Zweige ergänzen das Heu ideal, getrocknete Kräuter gibt es als Leckerli obendrauf.
Diese Futtermittel bringen Abwechslung in den Napf:
Futtergruppe | Gut geeignet | Hinweis |
Bittersalate | Chicorée, Radicchio, Endivie, Frisée, Kulturlöwenzahn… | Bitterstoffe unterstützen die Verdauung, ideales Grünfutter im Winter |
Blattgemüse und Salate | Feldsalat, Romanasalat, Staudensellerie, Kohlrabiblätter… | Blättriges Grün bildet den Schwerpunkt des Frischfutters |
Frische Kräuter | Petersilie, Dill, Basilikum, Minze, Koriander | Verschiedene Sorten anbieten und neue Kräuter langsam einführen. |
Wurzel- und Knollengemüse | Pastinake, Petersilienwurzel, Fenchel, Karotte samt Grün | Nur in Maßen anbieten, besonders bei Wohnungskaninchen und Übergewicht. |
Kohl | Grünkohl, Wirsing, Schwarzkohl, Spitzkohl… | Langsam anfüttern; bei guter Gewöhnung und Verträglichkeit wertvolles Winterfutter. |
Zweige und Wurzeln zum Nagen | Haselnuss, Weide, Birke, Obstbaumzweige, Löwenzahnwurzeln | Unbehandelt und ungespritzt; giftig sind z.B. Eibe, Thuja und Buchsbaum |
Getrocknete Kräuter & Blüten | z.B. Bäuchlein Boogie und Blütenzauber | Als gelegentliches Leckerli in kleinen Mengen. |

Wo bekomme ich Frischfutter für die Winterfütterung her?
Ein echter Geheimtipp ist der türkische Supermarkt: Dort gibt es oft eine große Auswahl an Bittersalaten und frischen Kräutern, meist in großen Bunden und zu fairen Preisen. Alternativ gibt es Anbieter von Frischekisten speziell für Kaninchen, die dir eine passende Mischung direkt nach Hause liefern.
So schützt du Frischfutter vor Frost
Bei Minusgraden frieren empfindliche Salate und Kräuter schnell durch. Sie können ihre Struktur verlieren und werden dann oft nicht mehr gefressen. Plane deshalb mehrere Fütterungen über den Tag ein und nutze möglichst geschützte Plätze.
Häufiger kleine Portionen anbieten: Gib frostempfindliches Frischfutter in Mengen, die zeitnah gefressen werden. Die Gesamtmenge sollte weiterhin ausreichen.
Geschützte Futterplätze nutzen: Biete Frischfutter in der Schutzhütte oder an einem windgeschützten Platz an. Eine dicke, trockene Strohschicht isoliert gegen den kalten Untergrund.
Reste kontrollieren: Entferne verdorbenes, matschiges oder verschmutztes Futter und ersetze ungenießbar gewordenes Frischfutter.
Kohl ist im Winter besonders praktisch: Frostverträgliche Sorten wie Grünkohl oder Wirsing können auch bei Frost eine geeignete Futterquelle bleiben. Voraussetzung ist, dass deine Kaninchen langsam daran gewöhnt wurden und sie gut vertragen. So kann geeignetes Kohlgrün auch nachts zusätzlich zum Heu bereitliegen.
So schützt du Trinkwasser vor dem Gefrieren
Auch bei reichlich Frischfutter brauchen Kaninchen jederzeit Zugang zu sauberem Trinkwasser. Verwende einen schweren, standfesten Napf und kontrolliere bei Minusgraden mehrmals täglich, ob das Wasser noch eisfrei ist. Nippeltränken sind im Winter besonders unpraktisch, weil der Trinkmechanismus einfrieren kann.

Tipp: So verlangsamst du das Einfrieren von Futter und Wasser
Ein Mikrowellen-Wärmekissen wie das SnuggleSafe kann unter einem geeigneten, sicher stehenden Wasser- oder Futternapf das Einfrieren verzögern. Wie lange das hilft, hängt von der Außentemperatur und dem Standort ab. Kontrolliere Wasser und Futter deshalb weiterhin regelmäßig.
Erwärme das Kissen genau nach Herstelleranleitung, schütze es vor Annagen und verhindere direkten Kontakt deiner Tiere mit der heißen Oberfläche. Vor erneutem Erwärmen muss es vollständig abgekühlt sein.
Futter langsam umstellen und Gesundheit beobachten
Beginne mit der Umstellung, solange noch Wiese verfügbar ist. Führe neue Futtersorten zunächst in kleinen Mengen ein und steigere sie schrittweise. Plane für größere Veränderungen etwa ein bis zwei Wochen ein, bei empfindlichen Tieren auch länger.
Im Winter hilft ein regelmäßiger Blick auf diese Punkte:
Fressverhalten: Frisst ein Kaninchen gar nicht, kontaktiere sofort eine kaninchenerfahrene Tierarztpraxis oder den Notdienst. Auch deutlich weniger Futteraufnahme sollte umgehend abgeklärt werden.
Köttel: Achte auf die für dein Tier übliche Größe und Menge. Deutlich kleinere, weniger oder ausbleibende Köttel sind Warnzeichen.
Gewicht: Wiege deine Kaninchen möglichst einmal pro Woche. Unter dem dichten Winterfell fällt Gewichtsverlust oft spät auf.
Verhalten: Teilnahmslosigkeit, eine ungewohnte Körperhaltung oder Rückzug können auf Unwohlsein oder Krankheit hinweisen.
Zur Winterversorgung gehört außerdem ein trockener, windgeschützter Rückzugsort. Polstere den Schlafbereich mit geeigneter saugfähiger Einstreu (z.B. Hanf- oder Holzeinstreu) und einer großzügigen Lage weichem, trockenem Stroh aus. Entferne feuchte Stellen regelmäßig.
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Fazit: Mit gutem Heu sicher durch den Winter
Die Grundregel für den Winter ist einfach: Heu immer in ausreichender Menge, Frischfutter in kleinen Portionen, die nicht einfrieren, und täglich frisches Wasser. Ergänzt mit Wintergemüse und Zweigen bekommen deine Kaninchen alles, was sie brauchen, getrocknete Kräuter gibt es als Leckerli dazu.
Heu bleibt dabei ein wichtiger Baustein: Es liefert die Rohfaser für eine gesunde Verdauung, hilft beim Warmhalten und friert auch in kalten Nächten nicht ein.
Jetzt für den Winter vorsorgen!
Häufige Fragen zur Kaninchenfütterung im Winter
Brauchen Kaninchen im Winter mehr Futter?
Kaninchen in Außenhaltung brauchen im Winter mehr Energie, um ihre Körpertemperatur zu halten. Deshalb fressen sie meist von selbst mehr. Bei Wohnungskaninchen bleibt der Energiebedarf dagegen in der Regel gleich. Frischfutter und Heu sollten allen Kaninchen wie gewohnt rund um die Uhr zur Verfügung stehen.
Dürfen Kaninchen im Winter Kraftfutter bekommen?
Gesunde Kaninchen brauchen auch im Winter in der Regel kein Kraftfutter. Besonders getreidereiche Futtermischungen können ihre Verdauung belasten.
Ist gefrorenes Frischfutter schädlich für Kaninchen?
Gefrorenes oder angetautes Frischfutter kann die Verdauung belasten und verliert seine Struktur, sodass es oft nicht mehr gefressen wird. Gib frostempfindliches Frischfutter deshalb in kleinen Portionen, die zeitnah gefressen werden, und entferne gefrorene Reste zügig.
Was tun, wenn das Trinkwasser einfriert?
Kontrolliere den Napf bei Minusgraden mehrmals täglich und ersetze gefrorenes Wasser durch frisches. Ein schwerer, standfester Napf ist besser als eine Nippeltränke, deren Mechanismus schnell einfriert. Ein geeigntes Heizkissen, wie das SnuggleSafe unter dem Napf kann das Einfrieren zusätzlich verzögern.
Reicht Frischfutter als Flüssigkeitsquelle, wenn das Wasser gefroren ist?
Nein. Frischfutter liefert zwar Flüssigkeit, ersetzt aber kein Trinkwasser. Kaninchen sollten jederzeit Zugang zu frischem, eisfreiem Wasser haben.
Dürfen Kaninchen Kohl fressen?
Ja, gut vertragene Kohlsorten wie Grünkohl oder Wirsing sind im Winter sogar praktisch, weil sie frostverträglich sind. Gewöhne deine Kaninchen aber langsam und in kleinen Mengen daran, da Kohl blähen kann.
Wann sollte ich meine Kaninchen im Winter nach drinnen holen?
Gesunde Kaninchen, die an die Außenhaltung gewöhnt sind, können in der Regel auch im Winter draußen bleiben. Besonders bei starkem Frost brauchen sie einen trockenen, zugfreien und gut isolierten Rückzugsort. Kannst du diesen Schutz im Außengehege nicht gewährleisten oder wird es doch sehr kalt, solltest du sie in ein geschütztes Innengehege bringen. Wähle dafür möglichst einen kühlen, frostfreien Raum, damit der Temperaturunterschied nicht zu groß ausfällt.
Welche Kaninchen sollten im Winter nicht draußen bleiben?
Sehr junge, altersschwache, kranke oder geschwächte Kaninchen sowie trächtige Tiere sind im Winter häufig besser in einer geschützten Innenhaltung aufgehoben.
Auch Rexkaninchen und langhaarige Tiere wie Angora- oder Teddykaninchen brauchen besondere Aufmerksamkeit: Ihr Fell schützt weniger zuverlässig vor Kälte und Nässe. Sie sollten nur mit besonders gutem Wetterschutz und gegebenenfalls zusätzlicher Wärme draußen überwintern.
Kaninchen, die bisher drinnen gelebt haben, sollten nicht mitten im Winter ins Außengehege umziehen. Gewöhne sie am besten bereits im Sommer, spätestens im Spätsommer, langsam an die Außenhaltung. So haben sie ausreichend Zeit, sich an die sinkenden Temperaturen anzupassen und ihr Winterfell zu entwickeln.





